3. Tag - Warane wachsen auf Bäumen

Schon wieder ist halb acht Abfahrt. Was heimischen Gefilden eindeutig zu früh wäre, ist hier kein Problem. Nach wie vor wachen wir durch den Jetlag sehr zeitig auf. Der Hotelwecker zeigt eine andere Zeit als meine Uhr und unser Reisewecker geht eh wie er will. Das ist schon skurril, wenn man plötzlich nicht mehr weiß, wie spät es ist. Vor allem, wenn man zu einer bestimmten Uhrzeit am Bus sein soll. Wir beschließen, dass Roberts Armbanduhr diejenige ist, die richtig geht. Ein mulmiges Gefühl bleibt trotzdem. Das Hotel hat eine riesige parkähnliche Außenanlage und liegt direkt an einem Fluss, in dem es auch Krokodile geben soll. Gesehen haben wir leider keine. Auch sonst gibt es viele Tiere in dem Park. Und sogar in unserem Zimmer gibt es welche: la Cucaracha. Wir könne die Cuca überzeugen, in den ungenutzten Wandschrank zu ziehen. Damit ist das Bad wieder zur Benutzung frei. Nach einem reichhaltigen und leckeren Frühstück sind wir gestärkt für weitere Entdeckungen.

Warane wachsen auf Bäumen - oder?
Warane wachsen auf Bäumen

Wir fahren los in Richtung Los Chiles, einer Stadt nahe der Grenze von Nicaragua. Doch schon kurz nach dem Start wird wieder gestoppt. Wir halten an einer kleinen Brücke über einen schmalen Fluss. Im Tal des Flusses stehen Bäume und auf diesen Bäumen wachsen Warane, so scheint es zumindest. Der Baum an der Brücke ist voller Warane, die faul rumliegen und die Sonne genießen. Nach ein paar Fotos geht es weiter mit dem Bus.

Kurz nach neun erreichen wir Los Chiles und der Bus wird gegen ein Boot getauscht. Wir fahren auf dem Rio Frio, der teilweise ein Naturreservat ist. Wir sehen viele Tiere und interessante Pflanzen. Gegen Mittag sind wir zurück in Los Chiles. Das Mittagessen wartet schon auf uns. Danach geht es zurück ins Hotel. Die Dusche bringt etwas Erfrischung an diesem heißen Tag.

Schon am Nachmittag ist Aufbruch zur nächsten Tour. Wir fahren in Richtung Vulkan Arenal. Leider darf man den Vulkan nicht besichtigen, weil es zu gefährlich ist, wegen der ausströmenden Gase. Aber so ein Vulkan hat ja auch noch andere Aspekte. Zum Beispiel gibt es hier und da Thermalquellen und in denen lässt es sich trefflich baden.

Rund um den Arenal gibt es einige Thermalbäder; eines davon besuchen wir. Schon in der Rezeption der Therme hat Robert eine Begegnung der besonderen Art. In einem Prospekt, der von außen recht interessant aussah, befand sich neben Text und Bildern gleich auf der ersten Seite eine kleine Kakerlake. Mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit landet der Prospekt wieder im Ständer und die Kaki verschwindet zielstrebig hinterm Tresen. Nach dem Umkleiden geht es ins brühwarme Wasser. Da Robert sich ein wenig angeschlagen fühlt, kommt die Wärme gerade recht.

Schon kurz nach dem wir im Wasser sind, fängt es an zu schütten. Naja nasser können wir ohnehin nicht werden. Meist regnet es sehr heftig, aber kurz. Nicht so heute. Es regnet wolkenbruchartig und das weit über eine Stunde. Durch den Regen kühlt die Luft extrem ab und so ist Robert nur schwer wieder aus dem Wasser zu kriegen. Da die Blitze aber mittlerweile in unmittelbarer Nähe einschlagen, lässt sich Robert schließlich doch überreden. Zum Aufwärmen gibt es Caipis, allerdings mit braunem Rum - auch sehr lecker. Nach dem Baden hat man Hunger. Und so steht als nächstes ein Restaurant-Besuch auf dem Programm.

Wir speisen mit Blick auf den Wolken verhangenen Vulkan Arenal. Der durch die Blitze des noch immer andauernden Gewitters immer wieder beleuchtet wird. Von Zeit zu Zeit spuckt der Vulkan Lava aus, die in rot-glühenden Kaskaden den Berg hinunter rollt. Das Restaurant ist eigentlich auch kein richtiges Restaurant, es ist eher ein großes, zum Vulkan hin offenes Zelt. Ein gemauertes Haus lohnt sich wohl nicht, weil der Arenal es jederzeit zerstören könnte. Durch den stetig anhaltenden Regen kühlt es weiter ab. Normalerweise hätten wir das als Erfrischung begrüßt. Da wir aber vom Baden noch etwas nass sind, beginnt schon bald das Frieren - wer hätte das gedacht, wo der Tag doch recht heiß war. Das Essen ist gut, aber nicht ganz billig. Auf dem Rückweg ins Hotel ist Ruhe im Bus. Alle sind total geschafft und müde.

Vorheriger Tag | Übersicht | Nächster Tag