4. Tag - Ohne Hänschen klein über Stock und Stein

Heute wird mal wieder das Hotel gewechselt. Wir stehen daher etwas früher auf, obwohl um acht erst Abfahrt ist. Vor dem Frühstück steht also Kofferpacken auf dem Programm.

Nach dem guten und reichhaltigen Frühstück versuchen wir, noch ein paar Tiere im Hotelgarten zu entdecken, aber die scheinen sich alle recht gut zu verstecken.

Pünktlich geht es los. Der Arenal-See am Fuße des gleichnamigen Vulkans ist unser Ziel. Eigentlich wäre heute ein reiner Transfertag, aber Ara unsere Reiseleiterin hat noch diesen Zwischenstopp organisiert. Wir steigen am See in ein Boot um. Die Fahrt geht an den Ufern des Sees entlang, immer auf der Suche nach interessanten Tieren und Pflanzen. Auf der anderen Seite des Sees wartet bereits Don Jorge mit dem Bus auf uns.

Da schon Mittag ist, ist ein Restaurant unser nächstes Ziel. Der Weg dahin hat mit einer Straße eigentlich nichts mehr gemein, außer vielleicht den Namen. Eine wilde Schotterpiste bringt uns zu unserem Mittagessen. Das Essen ist sehr gut. Robert lässt sich einen Fisch aus dem Arenal-See schmecken.

Gleich neben dem Restaurant hängt in einem Baum ein Faultier. Das ist natürlich die Sensation. Wir hätten das Tier vermutlich weder entdeckt, noch als solches identifiziert, da man nur ein pelziges Knäuel sieht.

Die Fahrt hätte eigentlich in gleicher Richtung weiter gehen sollen. Aufgrund der heftigen Regenfälle am Vorabend ist jedoch ein Teil der Straße weggebrochen und weggeschwemmt. Eine Passage war also nicht mehr möglich. Wir müssen also umkehren und eine andere Strecke fahren. Es geht erstmal zurück nach La Fortuna, wo wir am Vorabend schon waren.

Vor der langen Fahrt machen wir noch mal Rast. Und es gibt eine Runde Zuckerrohrschnaps von Ara spendiert. Da es keine direktere Verbindung gibt, müssen wir erstmal in entgegengesetzter Richtung zu unserem eigentlichen Ziel fahren. Der Weg führt uns von La Fortuna nach San Ramon. Dabei überqueren wir die Costa Ricanische Wasserscheide. Die Straße ist in den Bergen zum Teil sehr steil und der Bus hat Mühe, die Steigung zu schaffen. Ab San Ramon fahren wir auf der Panamericana. Ich hatte mir unter dieser weltberühmten Straße, die von Alaska bis Feuerland reicht, immer einen gut ausgebauten Highway mit mehreren Spuren vorgestellt. Dem ist aber nicht so. Es ist eine ganz normale Straße, die für Costa Ricanische Verhältnisse schon sehr gut ist. Sie ist etwas breiter und die Schlaglochhäufigkeit ist ein klein wenig geringer.

Leider verlassen wir schon bald die Panamericana, um in eine als Naturstraße bezeichnete Schotterpiste abzubiegen. Jetzt geht es nur noch mit 20-30 km/h voran. Mittlerweile ist es auch dunkel. Damit dem Bus die volle Leistung zur Verfügung steht, wird auch immer wieder die Klimaanlage ausgeschaltet. Das führt dazu, dass die Scheiben beschlagen. Man sieht also draußen nichts mehr und ist sich auch nicht ganz sicher, ob man tatsächlich noch auf der Straße ist. Gewissheit, dass wir noch auf dem Weg sind, bringen nur die Autos, die uns hin und wieder entgegenkommen.

Das Fahren über Stock und Stein und durch die vielen Schlaglöcher geht schon bald auf den Rücken. So herrscht große Erleichterung, als wir nach 2 1/2 Stunden Schleichfahrt auf der Naturstraße endlich im Hotel ankommen.

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